Ein exemplarischer Ansatz zur Einbindung neuer Bemessungswege und neuer Reinigungstechnologien bei der Ertüchtigung von Kläranlagen

Schier, Wernfried

kassel university press, ISBN: 978-3-89958-039-6, 2003, 239 Pages
(Wasser - Abwasser - Umwelt 22)

URN: urn:nbn:de:0002-0399

Zugl.: Kassel, Univ., Diss. 2002

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Content: Für den Zeitraum von 1990 bis 2000 betrug das Investitionsvolumen für den Neubau oder die Erweiterung sowie die Sanierung bzw. Ertüchtigung von kommunalen Kläranlagen ca. 3 €·a-1 bis 4 Mrd. €·a-1. Im anschließenden Zeitraum bis zum Jahre 2015 wird schätzungsweise noch einmal jährlich die gleiche Summe investiert werden. Aus heutiger Sicht werden dann Sanierungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen in Kombination mit Erweiterungsvorhaben vermehrt im Vordergrund stehen.

Die Schwerpunktthemen dieser Arbeit, nämlich Grundlagenermittlung, Bemessungsoptimierung und Verfahrenstechnik der Abwasserreinigung im Ertüchtigungsfall sind Kernthemen und ?aspekte der frühen, kostenbildenden Leistungsphasen, mit denen ein Planungsingenieur in einem entsprechenden Vorhaben konfrontiert wird. An dieser Stelle möchte die vorliegende Arbeit eine Hilfestellung bieten, solche Aufgaben

Die Arbeit widmet sich den Potenzialen, die bezüglich der Planungshilfsmittel in der dynamischen Simulation (bei Einsatz von halbtechnischen Pilot- oder Versuchsanlagen) und bezüglich der Verfahrenstechnik der Abwasserreinigung in der Membranfiltration liegen und soll den aktuellen planungstechnischen und verfahrenstechnischen Stand der Technik bei der Ertüchtigung kommunaler Abwasserreinigungsanlagen beschreiben.

Das Ziel dieser Arbeit ist, eine systematisierte Vorgehensweise bei der Planung der Ertüchtigung von kommunalen Kläranlagen unter Einbeziehung bisher nicht genutzter Planungshilfsmittel und unter Berücksichtigung neuer Abwasserreinigungstechnologien zu entwickeln und an Fallbeispielen aufzuzeigen.

Als Ergebnis der theoretischen und praktischen Arbeiten lassen sich folgende Kernaspekte eines systematischen Ansatzes skizzieren:

1. Die Datengrundlage zur Belastungsidentifikation und Lastbilderstellung für eine zu ertüchtigende Kläranlage ist in Anlehnung an die vorgeschlagenen Vorgehensweisen des LUA-NRW (1998) und des A 198 (Atv-Dvwk E 2002) zu erweitern.

2. Die bisherige Grundlagenermittlung zur Bestimmung von Bemessungslastfällen verändert sich zu einer Lastbildermittlung für den Zeitraum mindestens eines Jahres.

3. Eine sinnvolle Verwendung eines Bemessungslastbildes in einer dynamischen Prognosesimulation bedarf einer vorherigen Modellkalibrierung, die im Rahmen eines halbtechnischen Versuchsbetriebes erfolgen kann.

4. Bei der Auswahl möglicher verfahrenstechnischer Ertüchtigungsvarianten ist die Membranfiltration (Membranbelebungsverfahren) sowohl hinsichtlich der technischen Machbarkeit als auch der Wettbewerbsfähigkeit prinzipiell einzubeziehen.

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