Unselbständigkeit im Alter aus ökologischer Perspektive

Link, Leonore

kassel university press, ISBN: 978-3-933146-30-4, 2000, 265 Seiten

URN: urn:nbn:de:0002-300

Zugl.: Kassel, Univ., Diss. 1999

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Inhalt: Wie leben ältere, hilfs­ und pflegebedürftige Menschen auf dem Lande? Welche Hilfen nehmen sie in Anspruch? Was bewirken pflegerische, psychosoziale und therapeutische Maßnahmen?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Begleitforschung, die für zwei Modellprojekte durchgeführt wurde. Erarbeitet und exemplarisch umgesetzt wurden mit ihnen neue Formen der Versorgung von funktional beeinträchtigten älteren Menschen. Zum einen handelte es sich um ein Angebot an Beratung und psychosozialer Unterstützung, zum anderen um die Erbringung einer komplexen geriatrischen Rehabilitation im häuslichen Kontext.

Von den Praktikern wurde eine ausführliche personenbezogenen Dokumentation geführt, die es ermöglichte unterschiedliche Aspekte der Lebenssituation der Betroffenen miteinander in Beziehung zu setzen. Bei den ambulant versorgten älteren Menschen handelte es sich mehrheitlich um solche, die bei den Alltagsverrichtungen in erheblichem Maße die Unterstützung informeller und formeller Helfer beanspruchten. Ausgehend von einem ökogerontologischen Erklärungsmodell unselbständigen Verhaltens wurden neben Einschränkungen, die auf spezifische Erkrankungen und sensorische Beeinträchtigungen zurückzuführen waren, die Beiträge bestimmt, die Merkmale der Wohnraumausstattung und der Interaktionsstil der Bezugsperson zu Entstehung und Aufrechterhaltung von Unselbständigkeit leisten können.

Durch die neu geschaffenen Unterstützungsangebote konnten insgesamt positive Veränderungen in den angestrebten Verhaltens­ und Erlebnisbereichen erreicht werden, diese waren jedoch mit unterschiedlichen Reaktionen in sozialer und emotionaler Hinsicht verbunden. Wichtige Mediatoren hierbei waren: die Richtung der eingetretenen Veränderung, das erreichte Niveau an Selbständigkeit, die kognitive Verfassung des Betroffenen und die bestehende Versorgungslage. Nach den vorliegenden Ergebnissen sollten Interventionen, um dauerhaft wirksam sein zu können, stärker als bisher einem multidimensionalen Ansatz menschlichen Verhaltens Rechnung tragen. Ökologische Modelle könnten hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Sie leiten den Blick auf unterschiedliche Einflußgrößen und zeigen so Ansatzmöglichkeiten für umfassende Veränderungen auf.

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