UV-Exposition, Risikowahrnehmung und Schutzverhalten

Psychologische Ansatzpunkte für die Verbesserung der Risikokommunikation im Bereich UV

Börner, Franziska Ursula

kassel university press, ISBN: 978-3-89958-546-9, 2010, 192 Seiten

Zugl.: Kassel, Univ., Diss. 2010

| Preis und lieferbare Formen -->

Inhalt: Als wichtige Ursache für die steigende Zahl der Hautkrebsfälle wird die vermehrte Sonnenexposition, bedingt durch veränderte Lebensgewohnheiten, gesehen. Durch zahlreiche Aufklärungskampagnen, sind die negativen Auswirkungen von UV-Exposition auf die Gesundheit zwar allgemein bekannt. Dennoch wird dieses Wissen nicht oder nur teilweise in angemessenes Sonnenschutzverhalten umgesetzt. Zur Verbesserung der aktuellen Risiko-Kommunikationsstrategien, hat diese Studie UV-Exposittions- und Schutzverhaltensweisen für intentionale und nicht-intentionale Expositionsumgebungen sowie die vorhandenen UV-bezogenen Einstellungen und anderer motvationaler Faktoren im Zusammenhang mit Sonnenschutz in der deutschen Bevölkerung untersucht.

Eine deutschlandweite repräsentative Studie zum Thema Sonnenschutz wurde im Jahr 2007 mit Befragten ab 14 Jahren telefonisch durchgeführt. Der auf einer Zufallsstichprobe basierende Fragebogen untersuchte Sonnenexpositions- und Schutzverhalten, UV-bezogenes Wissen, Einstellungen zur Sonne, Risikowahrnehmung und andere damit verbundene Faktoren. Daten von insgesamt 1501 Befragten wurden analysiert. Ein theoriebasiertes Modell zur Erklärung von UV-Expositions- und Sonnenschutzverhalten wurde entwickelt und mit Strukturgleichungsansätzen getestet.

Von 1501 Befragten, setzten sich 15% entweder im Urlaub oder beim Sonnenbaden (intentionale Exposition) häufig der Sonne aus. Bei Hobby & Arbeit im Freien (nicht-intentionale Exposition) war die verstärkte Sonnenexposition deutlich höher (31%). Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die verschiedenen Sonnenschutzmaßnahmen deutlich weniger für Hobby & Arbeit im Freien, als für Urlaub & Sonnenbaden genutzt wurden. Darüber hinaus zeigte das entwickelte UV-Modell nur einen begrenzten Einfluss der motivationalen Faktoren für Sonnenschutz und Expositionverhalten. Risikowahrnehmung, UV-bezogenes Wissen, Einstellungen zur Sonne und Selbstwirksamkeit zeigten in allen vier Situationen nur einen marginalen Einfluss. Sonnenschutzintentionen und Schutzplanung zeigten hingegen einen stabilen Einfluss auf das gezeigte Sonnenschutzverhalten.

Es scheint notwendig, Informationen über Risiken und UV-Sonnenschutzverhalten besonders für nicht-intentionale Sonnenexposition bereitzustellen. Zukünftige Sonnenschutzkampagnen sollten sich stärker auf kumulierten Sonnenexposition und Alltagssituationen konzentrieren. Darüber hinaus scheint es zweifelhaft, ob weitere Informationen insbesondere über die UV-Risiken zu verändertem Sonnenschutzverhalten führen würden. Verschiedene Kommunikationsstrategien sollten mit individualisierten Informationen und Interventionsanstrengungen, die Gewohnheitslernen integrieren, kombiniert werden.

Die Publikation ist in folgenden Formen erhältlich: