Chancen und Risiken postfordistischer Stadtentwicklungspolitik - Schwerin zwischen Staats- und Marktwirtschaft

Paland, Ralf

kassel university press, ISBN: 978-3-89958-125-6, 2005, 289 Seiten

URN: urn:nbn:de:0002-1259

Zugl.: Kassel, Univ., Diss. 2005

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Inhalt: Die Wiedervereinigung West- und Ostdeutschlands wurde immer in erster Linie als eine rein ökonomische Herausforderung interpretiert, gleichwohl ohne den sich parallel zur Transformation vollziehenden Prozeß der Globalisierung hinreichend zu berücksichtigen. Mit Blick auf die Neuen Bundesländer stellt sich somit, vor dem Hintergrund einer zunehmenden regionalen Differenzierung des Wirtschaftswachstums, die Frage nach der Synthese lokaler Entwicklung und der Globalisierung.

Die Fragen zum Verhältnis von Prozessen der Transformation und der Globalisierung in der Stadtentwicklung werden am Beispiel von Schwerin und auf Grundlage der Regulationstheorie betrachtet, da Schwerin besonders geeignet scheint, die im Zuge der Industrialisierungspolitik der DDR typischen Entwicklungsverläufe in den politisch determinierten ökonomischen und städtischen Wachstumszentren und deren Veränderungen seit der Wiedervereinigung exemplarisch darzustellen.

Konnte Schwerin durch umfassende Investitionen in weiche Standortfaktoren bei der Raumausstattung und der Raumqualität beträchtliche Fortschritte erzielen, bestehen beim lokalen Produktions- und Regulationssystem existentielle Defizite. Sie sind sowohl das Ergebnis einer in der DDR fremdbestimmten Industrialisierung der Stadt als auch den kurzfristigen und nachhaltigen ökonomischen Folgen der Wiedervereinigung unter den Voraussetzungen der Marktwirtschaft geschuldet. Der überwiegende Bankrott des lokalen Fertigungssektors hätte insofern ein weitaus effizienteres lokales Regulationssystem (mit seinen ökonomisch-sozialen Interaktionsmustern, industriellen Organisationsbeziehungen und politisch-institutionellen Koordinationsformen) als das bestehende notwendig gemacht, da es die endogene Erneuerungs- und Wettbewerbsfähigkeit einer Region bestimmt.

Kohärente lokale Strukturen können indes nicht allein das Ergebnis von Marktprozessen sein, sondern erfordern einen politischen Gestaltungsbeitrag vorrangig unter Integration aller gesellschaftlichen Gruppen. Als ein maßgebliches Problem der Schweriner Stadtentwicklung stellt sich mithin die Kommunikationspolitik dar. Sie orientierte sich bislang an den hierarchischen Entscheidungsstrukturen einer aus den alten Bundesländern übernommenen, fordistisch geprägten Verwaltungsorganisation und berücksichtigte dabei nur in unzureichender Weise aktuelle betriebliche Erfordernisse, so dass im Ergebnis die für das postfordistische Wachstum notwendige Kohärenz der unterschiedlichen gesellschaftlichen Subsysteme durch die Politik verhindert wird. Die umfassenden öffentlichen Investitionen in das Stadtbild und das Kulturangebot sind somit vordergründig der Versuch private Investitionen zu initiieren, tatsächlich jedoch ein Ausdruck fordistischer Stadtplanung unter Ausnutzung öffentlicher Fördermittel. Indes fehlt ein intern wie extern abgestimmtes und nach außen kommuniziertes Leitbild zur Stadtentwicklung, um die zahlreichen Maßnahmen Schwerins auf ihren ökonomischen Zielerreichungsbeitrag hin überprüfen und notwendige Anpassungen vornehmen zu können.

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