Regionalökonomische Bedeutung von Hochschulen

Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Universität Gesamthochschule Kassel

Blume, Lorenz / Fromm, Oliver

kassel university press, ISBN: 978-3-933146-31-1, 2000, XII, 144 Pages
(Kasseler Semesterbücher Studia Cassellana)

URN: urn:nbn:de:0002-310

| Price and available forms -->

Content: Unter Mitarbeit von Maria Daskalakis

Projektleitung: Rolf-Dieter Postlep

zugleich als Buch erschienen:

Dt. Univ.-Verl.; Wiesbaden : Gabler, 2000. - XVII, 145 S. : Ill. ; 21 cm

(Gabler Edition Wissenschaft : Kasseler Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften ; Bd. 11)

ISBN 3-8244-7133-7 brosch. : DM 78.00, EUR 39.98, SFr 71.00, ATS 569.00

Die Kasseler Semesterbücher werden vom Präsidenten der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) in zwei Reihen herausgegeben:

In der Reihe "Pretiosa Cassellana" erscheinen wertvolle Publikationen der Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, insbesondere Faksimiles kostbarer historischer Drucke und Hanschriften.

In der Reihe "Studia Cassellana" werden besondere wissenschaftliche und künstlerische Projekte aus den verschiedenen Bereichen der Kasseler Universität aufgegriffen.

Die Herausgabe der "Kasseler Semesterbücher" wird durch die Kasseler Sparkasse großzügig unterstützt. Die GhK dankt der Kasseler Sparkasse für Ihren beispielhaften Beitrag zur Förderung von Wissenschaft und Forschung.

Die regionalwirtschaftliche Bedeutung von Universitäten in strukturschwachen Räumen hat in jüngerer Zeit an Gewicht gewonnen, denn die Regionen sind bei dem sich im Zuge der Globalisierung verschärfenden interregionalen Wettbewerbsdruck teilweise in eine noch schwierigere Situation geraten.

Die rein quantitative Existenz einer Universität mit ihrer besonderen Fähigkeit, Drittmittel und Studenten zu attrahieren, schafft und sichert deutlich mehr Arbeitsplätze in einer Region als die meisten alternativen öffentlichen Infrastrukturinvestitionen. Für die Universität Gesamthochschule Kassel konnte belegt werden, daß etwa 4.120 Arbeitsplätze in der Region Nordhessen - mehr als ein Prozent aller nordhessischen Arbeitsplätze - von den hochschulbezogenen Personal-, Sach- und Bauausgaben sowie den studentischen Ausgaben abhängen.

Gleichzeitig hat die Fähigkeit zur Wissensgenerierung unter den strategischen Faktoren, die den strukturschwachen Regionen im Wettbewerb der Regionen zur Beeinflussung zur Verfügung stehen, eine herausragende Stellung eingenommen. In diesem Prozeß der regionalen Wissensproduktion spielen die Universitäten neben den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den privatwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten eine zentrale Rolle. Dabei sind Synergien zwischen diesen Stätten der Wissensgenerierung nicht nur prinzipiell möglich; sie sind auch dringend notwendig, wenn im interregionalen Wettbewerb die eigenen Chancen der Region so gut wie möglich genutzt werden sollen. Solche Synergien finden ihre Gestalt in einem regionalen Wissenstransfer, der qualitativ um so fruchtbarer ist, je besser die Ergebnisse sind, die die einzelnen Wissensproduzenten in diesen Prozeß einbringen können, und je besser sie inhaltlich aufeinander passen und aufeinander abgestimmt werden. Dabei steht jeder der Wissensproduzenten zunächst in seinem eigenen Wettbewerbsumfeld und muß sich auch dort behaupten: die Universitäten im Wettbewerb der Universitäten, die außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Wettbewerb der Forschungsinstitute und die Unternehmen im Wettbewerb der privaten Wirtschaft. Hier muß die originäre Qualität erworben werden, und erst darauf aufsetzend führt ein Wissenstransfer auch und manchmal vor allem im kleinräumigen Kontext zu einem zusätzlichen Qualitätsschub. Dies schafft günstige Voraussetzungen zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen.

Solch ein Qualitätsschub zeigt sich auch für die Region Nordhessen. Innovative Unternehmen unterhalten deutlich engere Kontakte zur GhK als andere Unternehmen. Die GhK ist Kooperationspartner in den regionalen Innovationsnetzwerken, und es ist davon auszugehen, daß in diesem Zusammenhang von der GhK positive Innovationsimpulse ausgehen. Gleichwohl existieren noch unausgeschöpfte Kooperationspotentiale.

Für die GhK bedeutet dies: Sie muß akademisch gut sein, und sie muß bereit sein, sich noch mehr als bisher einem Wissenstransfer in die außeruniversitäre Sphäre (vor Ort) zu öffnen. Öffnen heißt hier, den Instituten und der privaten Wirtschaft durch entsprechende Aufbereitung und Präsentation sowie durch Einrichtung von Kanälen für den Wissenstransfer eine Verwertungschance der universitären Forschung einzuräumen. Die Forderung nach einer weiteren Öffnung der GhK und dem Ausbau von Diffusionskanälen ist allerdings nicht als "Bring-Schuld" der Universität zu interpretieren. Auf Seiten der nordhessischen Unternehmen ist teilweise eine mangelnde Eigeninitiative im Hinblick auf die Nutzung bestehender Angebote der GhK festzustellen. Ein erfolgreicher Wissenstransfer setzt aber ein beidseitiges Engagement voraus.

Publication is available in following forms:

Table of contents (pdf-file, printable - 0.10 MB)
view PDF
Full text (pdf-file, not printable - 3.15 MB)
view PDF