Qualitätsentwicklung in selbstorganisierenden Systemen

Ein Beitrag zur Entwicklung der Organisationsqualität in Kinderbetreuungseinrichtungen freier Träger (Elterninitiativen)

Freiling, Thomas

kassel university press, ISBN: 978-3-89958-038-9, 2003, 306 Pages

URN: urn:nbn:de:0002-0380

Zugl.: Kassel, Univ., Diss. 2003

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Content: Die Qualitätsdiskussion in Kindergärten ist seit Mitte der 90er Jahre stärker in das Blickfeld der wissenschaftlichen Betrachtung gerückt. Seitdem sind eine Reihe von unterschiedlichen Ansätzen entwickelt worden, die aber speziell auf die Zielgruppe 'Elterninitiative' nicht unbedingt zu übertragen sind. Ausgehend von den Charakteristiken selbstorganisierender Systeme als theoretische Basis sowie eigener empirischer Studien in 17 Elterninitiativen aus Kassel werden in dieser Dissertation speziell für den Bereich der Organisationsqualität wesentliche Gestaltungsdimensionen entwickelt. Dabei finden bedeutsame Erkenntnisse der Ehrenarbeits- und der Freizeitforschung sowie der aktuellen Ergebnisse des Erkenntnisstandes um die Qualitätsentwicklung in Kindergärten Berücksichtigung. Weiterhin wird den Lesern eine Checkliste mit den entwickelten Gestaltungsempfehlungen an die Hand gegeben, um die eigene Situation vor Ort überprüfen und verbessern zu können.

Die Studie knüpft an die veränderten gesellschaftlichen Voraussetzungen für (alternative) Kinderbetreuungseinrichtungen an, die einerseits in den Veränderungen in der Arbeitswelt (z.B. zunehmende flexible Arbeitszeitwünsche von Arbeitgebern) und andererseits in der Veränderung der Lebensbedingungen von Familien (Berufstätigkeit beider Elternteile, beschränkte Betreuungsmöglichkeit durch Großeltern) gesehen werden, wodurch sich deutliche Auswirkungen für Anbieter von Kinderbetreuungsleistungen zeigen. Hinzu kommt, dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz die Kommunen verpflichtet, für alle 3- bis 6 Jährigen einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen. Der Markt der Anbieter ist im Vergleich zu den benötigten Plätzen recht groß geworden, so dass sich Eltern heute eher ihren Wunschplatz aussuchen können, als noch vor 5 Jahren. Elterninitiativen müssen sich zukünftig stärker auf diesem Betreuungsmarkt von kirchlichen, privaten, betrieblichen, öffentlichen und freien-nichtkirchlichen Trägern behaupten und durch die Qualität ihres Angebotes überzeugen.

Mit der nicht repräsentativen Studie kann durch die Befragung von ehrenamtlich und hauptamtlich Tätiger in Elterninitiativen aufgezeigt werden, dass entgegen des allgemeinen Trends die berufliche Eingebundenheit der Ehrenamtlichen tendenziell Einfluss auf das Ausmaß des Engagements hat. Die Mitarbeitsbereitschaft sowie die -kapazität der Eltern stellt einen wichtigen Erfolgsgarant dieser Einrichtungsform dar. Neben der Ausgestaltung eines flexiblen Angebotes steht der Wunsch nach einer hohen pädagogischen Qualität mit an den am häufigsten genannten Motiven der Eltern.

Die in der Dissertation erarbeiteten Gestaltungsempfehlungen haben das Ziel, die Einrichtungen zu stabilisieren und die Fluktuationsfolgen der Ehrenamtlichen zu kompensieren. Auf das Ausmaß des ehrenamtlichen Engagements wird besonders eingegangen.

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