Am schönsten sind nach alledem die Entwürfe des Esels

Aufsätze und Reden zu Architektur und Städtebau 1973 - 2003

Wilkens, Michael

Universität Kassel, Fachbereich 6, ISBN: 978-3-89117-148-6, 2005, 340 Pages
(Reihe ASL 7)

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Content: Die Art in der die Architektur der Moderne "geradeaus schreitet, weil sie ein Ziel hat", dieser heroische "Fortschritt" rennt immer mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand. Brauchbare Form entsteht aber nicht als visonärer Kraftakt, sondern auf dem Zick-Zack-Weg des von Le Corbusiier geschmähten Esels, "der den großen Steinen ausweicht und den Schatten der Bäume aufsucht" (und der, wie Corbu bedauert, alle Städte des Kontinents entworfen hat). Die Gebrauchsform entwickelt sich im Prozess, sie ist das anonyme Produkt dessen, wass Loos die "Tischlerkultur" genannt hat. Und der geradeaus schreitende Starrsinn der Moderne ist unter den Bedingungen des Neoliberalismus längst zu dem verkommen, was Wilkens "Starrsinn" nennt. Die hier versammelten Schriften aus drei Jahrzehnten zeigen in den drei Teilen:

1. Form und Gebrauch
2. Hausbau, Wohnbau, Quartiersbau
3. Stadt, Stadtzentrum und Erinnerung

die Umrisse einer Planungspraxis, die im Sinne ostasiatischer "Wirksamkeit" (Francois Jullienn) mit den komplexen Umständen und Gewohnheiten der Situation agiert und nicht spektakulär gegen sie.

Wilkens, der vor allem die von Marcel Monrad und ihm gegründeten "Baufrösche" bekannt wurde, lehrte von 1974 - 2000 an der Universität Kassel Architekturtheorie. Von ihm erschien 2000 in Basel "Architektur als Komposition".

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