Privatheit - Privater Raum

Über den Wandel vom psychischen zum räumlichen Rückzug und seine Auswirkungen auf die Grundrissgestaltung der Wohnung

Stöbe, Sylvia

Universität Kassel, Fachbereich 6, ISBN: 978-3-89117-050-2, 1992, 284 Seiten
(Schriftenreihe des Fachbereichs Architektur 20)

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Inhalt: Hier wird zum einen nach möglichen psychologischen Gründen für einen gewünschten räumlichen Rückzug gesucht. Zumal anderen wird auch der soziologischen Komponente dieser Problematik nachgegangen. Die Arbeit konzentriert sich auf die Frage nach möglichen Scham- und Peinlichkeitsgefühlen sowie den dazugehörenden Orten bzw. Räumlichkeiten in Haus und Wohnung. In der Auseinandersetzung mit der These des Soziologen Norbert Elias vom Anstieg der Scham- und Peinlichkeitsschwellen im Prozeß der Zivilisation werden Fragen der Hierarchie- und Machtunterschiede der Beteiligten und Fragen des Wertewandels bearbeitet. Die Arbeit kommt zu dem wichtigen Schluss, dass das Vorhandensein von Privatheit nicht unbedingt in direktem Zusammenhang mit dem Vorhandensein von privatem Raum stehen muss. Privatheit kann auch über Hierarchie und über Macht hergestellt werden. Verbote des Zugangs und die Nichtachtung von Untergebenen gewährleisten ebenfalls Privatheit. Erst mit der gesellschaftlichen Forderung nach Gleichheit der Menschen gewinnt die Frage des räumlichen Rückzuges an Bedeutung. Die historischen Beispiele gehen auf den bäuerlichen, kleinbürgerlichen und adeligen Wohnbau von 1000 – 1800 n. Chr. in Deutschland und Holland ein. Hier bietet die Arbeit auch einen architekturhistorischen Beitrag zur Geschichte des Flures, der Ausformulierung des Bades und der Toilette sowie des Schlafzimmers.

Die Publikation ist in folgenden Formen erhältlich: